Shortstory Saturday: Blätter die im winde Wehen

Blätter die im Winde wehen und wie Frösche laufen, sie springen über den Asphalt. Von Bordstein zu Bordstein hindurch zwischen Bordsteinschwalben und Schläfern. Der Herbst brach an, die Hupen der Autos sangen im windeskaltne Regenwetter vor sich hin. Wolkengrau war es zwischen den rot verklinkerten Backsteinblocks.

Marie hielt ihren gelben Regenmantel mit der einen Hand zu, der Reisverschluss war kaputt, und mit der anderen hatte sie ihren roten Regenschirm wie eine gerade gegossene Rose in der Hand. Der Wind mochte den Geruch des Schirmes und schnaufte vor Erregung. Der Schirm flog nun nach rechts, nicht nach links. Marie folgte, sie rannte keuchend in der Kühle und ihre mattglatten Haare wurden dunkel, lockig und nass. Weiter und weiter zog sich der Zug durch die Hochhausgassen. Immer höher in die Lüfte um auch direkt wieder abzusinken, wie ein Boot auf einer Welle segelt. Plötzlich ergriff eine stark durchaderte, aber zierliche Hand den Schwertknauf des Schirmes. Sicher. „*Keuchen* Vielen Dank *Pusten * Dank!“, mit ihren großen klaren Augen sah sie aus wie ein Kätzchen, speckige Wangen wie ein Mädchen hatte sie, rot durchblutet vom Sprint. Verschwitzt zog im Regen ihr Schweiß als Dampf hoch um später wieder als Regenwasser zu kondensieren. Eine eingebogene Igelnase verzierte das Gesicht dieser schönen und rundete es mit einem gesunden Paar Lippen ab.

Sie schaute mich Erwartungsvoll an. „Den werde ich behalten!“, natürlich nicht, jedoch soll man Frau nie das geben, was sie wollen, da sie sowieso immer das Gegenteil meinen. „Hey“ Das ist meiner!“, sprach sie mit erregter Stimme. „Spaß, hier, dein Regenschirm“, schmunzelte ich. Das Gewitter legte sich, ihre weißen Zähne reflektierten den Sonnenschein und brachen in Gelächter auf.

„Nochmals, vielen Dank. Wie kann ich ihnen nur danken?“

„Dir, Leo mein Name. Lass uns einen Kaffee trinken gehen. Jetzt sofort! Dann können wir schauen wie du dich revangieren kannst.“

„Jetzt sofort muss ich leider zur Bahn, mein Flug kommt in zwei Studnen und ich muss zur Bahn:“, sagte sie mit bezaubernder Stimme. Ein wenig schüchtern.

„Dann gib mir deine Nummer! Wir trinken einen Kaffee wenn du wiedermal in der Stadt bist.“

„O-okay, 01577…“. Wir umarmten uns kurz und sie ging in eine Richtung, ich in die andere. Ich gönnte mir einen Blowjob für Zwanzig Euro, es war ein harter Tag in der Fabrik.

Die Blätter waren Nass auf dem Boden am kleben, wegen dem Regen.

 

Blätter die im Winde wehen
Illustration von Eleanora Godwin
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